Glockenklang Proton – Der heilige Gral unter den DJ-Mixern
3. August 2026
Es gibt DJ-Mixer, die Geschichte geschrieben haben. Und es gibt Geräte, die selbst unter erfahrenen Sammlern kaum jemand jemals zu Gesicht bekommt. Der Glockenklang Proton gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Während Klassiker von Formula Sound, UREI oder Bozak gelegentlich den Weg auf den Gebrauchtmarkt finden, bleibt der Proton bis heute nahezu unsichtbar – ein Mythos aus deutscher Manufaktur, dessen Name unter Kennern bis heute Ehrfurcht auslöst.


Glockenklang ist seit Jahrzehnten für kompromisslose Audiotechnik „Made in Germany“ bekannt. Transparenz, Dynamik und eine außergewöhnlich rauscharme Signalverarbeitung prägen bis heute die Philosophie des Herstellers, der in der Neuzeit den Fokus auf Bassverstärker für Gitarristen legt. Dass Glockenklang einst auch einen DJ-Mixer entwickelte, wissen dagegen nur wenige. Selbst Jahre nach Produktionsende führte das Unternehmen den Proton noch in einer Liste von Geräten mit hochwertigen Class-A-Eingangsstufen – ein deutlicher Hinweis auf den kompromisslosen technischen Anspruch dieses außergewöhnlichen Mischpults. Dazu sehr hochwertige und heute leider nicht mehr verfügbare ALPS-Kanalfader in einer Länge wie eine Flugzeuglandebahn für extrem sanfte und genau gematchte Übergänge. Die Potentiometer greifen nach 25 Jahren noch so genußvoll und mit einem Drehgefühl, dass es heute nur bei ganz wenigen Boutique Mixern noch gibt. Die Aussteuerung des Kanalgains auf einem extra VU-Meter ist ein Luxusfeature, dass die Perfektion dieses Gerätes nur noch unterstreicht und so das handwerkliche Arbeiten mit unterschiedlich gemasterten Vinyls deutlich erleichtert. Der Headphoneout - für B2B Shows gleich zweimal vorhanden - ist so klar und laut, dass auch hochohmige Studiokopfhörer immernoch wie ein Dampfhammer versorgt werden. Niedrig-Ohmige Pedanten können dem Anwender jede Haarzelle im Gehörgang platt drücken.
In Sammlerkreisen gilt der Proton als eines der seltensten DJ-Mischpulte überhaupt. Nach übereinstimmenden Aussagen aus der Szene (Techniker und Sammler) sollen weltweit lediglich rund 30 Exemplare gefertigt worden sein. Offiziell bestätigt wurde diese Zahl nie. Wie viele Geräte heute überhaupt noch existieren oder sich in funktionsfähigem Zustand befinden, ist unbekannt. Fest steht jedoch: Auf dem internationalen Gebrauchtmarkt taucht ein Proton praktisch nie auf.

Für viele Vintage-DJ-Enthusiasten ist er deshalb der sprichwörtliche „Heilige Gral“ analoger Clubmixer. Umso außergewöhnlicher war die Gelegenheit, einen Proton nicht nur zu sehen, sondern auch in seinem natürlichen Umfeld zu erleben. Angemerkt an dieser Stelle: Mein aller erster öffentlicher DJ Auftritt im Club Ende 1999 war an einem Glockenklang Proton. Damals im Prater in Bochum in der Mainhall. Für eine exklusive Vinyl-Session am Uferlos Beach am Möhnesee stellte der Sammler Holger Gesch eines der seltenen Exemplare aus seiner privaten Sammlung zur Verfügung. Eine Gelegenheit, die selbst langjährige Vinyl-DJs wie Marco Maribello (Vinylgarage) und Harry Bollmann (Harry Bee) vermutlich nur einmal (Marco zweimal) im Leben erleben werden. Auf einer Instagram Story attestierte mir ein User "Du bist jetzt im DJ Himmel angekommen". So exklusiv fühlte sich die 6 stündige Vinyl-Session mit dem Proton auch an.

Technics DJ Ambassador Marco Maribello (Vinylgarage.cc Inhaber) mit dem legendären Glockenklang Proton Mixer und zweimal Technics SL1200 M7B Lamborghini Edition.

Harry Bollmann alias "Harry Bee" bewies Klasse an dem zeitgenössischen Relikt der audiophilen Clubszene zur Zeit der Jahrtausende-Wende.

Wer den Proton zum ersten Mal hört, versteht schnell seinen legendären Ruf. Statt klanglicher Effekthascherei liefert der Mixer genau das, was ambitionierte Vinyl-DJs schätzen: enorme Transparenz, außergewöhnliche Dynamik und einen offenen, natürlichen Klang, der den Charakter einer Schallplatte unverfälscht transportiert. Der Proton drängt sich nie in den Vordergrund – er lässt die Musik sprechen.
Gerade in einer Zeit, in der digitale Features, Displays und Effekte das Bild moderner Clubmixer bestimmen, wirkt der Glockenklang Proton beinahe zeitlos. Er entstand aus einer Philosophie, bei der ausschließlich die Audioqualität im Mittelpunkt stand. Genau diese kompromisslose Ausrichtung macht ihn heute zu einer der faszinierendsten Raritäten der DJ-Geschichte.
Ob tatsächlich noch alle jemals gebauten Geräte existieren, wird vermutlich ungeklärt bleiben. Sicher ist jedoch: Wer einen Glockenklang Proton besitzt, bewahrt nicht einfach einen DJ-Mixer auf – sondern ein außergewöhnliches Stück deutscher Audiotechnik und Clubkultur.
Ein Magazinbericht geschrieben von Marco Maribello, August 2026.
Fotos: © Maja Messingfeld, Marco Messingfeld

Starkes Branding endet nicht beim Logo oder bei der klassischen Geschäftsausstattung. Produktbranding macht die Marke physisch erlebbar und schafft dadurch eine deutlich stärkere Verbindung zwischen Marke und Zielgruppe. Musik und insbesondere Vinyl unterstützen diese Form des Produktbrandings auf besondere Weise, weil sie mehrere Ebenen der Markenkommunikation gleichzeitig ansprechen: Emotion, Haptik, Nostalgie, Ritual und Erlebnis . Das Beispiel von Face the Grynd zeigt, wie aus einem alltäglichen DJ-Gegenstand ein individuelles Markenerlebnis entstehen kann: Die DJ-Technik in Form eines Plattenspielers wurde vollständig im Corporate Design von Face the Grynd gestaltet. Farben, Typografie und Logo übertragen die Identität der Fitness-Race-Marke direkt auf das Produkt. Der Plattenspieler ist nicht mehr nur funktionales Equipment, sondern wird selbst zum Teil der Markenwelt. Vinyl besitzt gegenüber rein digitaler Musik eine starke physische Komponente. Eine Schallplatte wird aufgelegt, die Nadel wird positioniert, die Platte dreht sich – das Abspielen selbst wird zu einem kleinen Ritual. Genau diese Haptik passt hervorragend zum Gedanken des Produktbrandings. Der individuell gestaltete Plattenspieler wird nicht nur betrachtet, sondern benutzt und erlebt. Das macht ihn zu einem besonders starken Marken-Touchpoint. Musik macht die Marke emotional. Ein Sound oder ein DJ-Set kann eine Atmosphäre erzeugen und Menschen emotional an einen Ort oder ein Erlebnis binden. Für eine Marke wie Face The Grynd bedeutet das: Die Musik kann Teil der Markenidentität werden und die Energie des Fitness-Races hörbar machen. Die Marke wird damit nicht nur gesehen , sondern auch gehört und gefühlt . Gerade bei einem Fitness-Race ist Gemeinschaft ein wichtiger Bestandteil des Erlebnisses. Musik kann Menschen synchronisieren: beim Warm-up, während des Wettkampfs, bei der Siegerehrung oder der anschließenden Party. Besonders interessant: Die Verbindung von Sport und Clubkultur. Für Face the Grynd entsteht dadurch eine spannende Verbindung: Fitness + Competition + Musik + Clubkultur + Design. Das erweitert die Marke über das klassische Fitness- und Sportumfeld hinaus. Der Plattenspieler kann beispielsweise eine Brücke zwischen Athletik und urbaner Musikkultur schaffen. Der legendäre Technics Turntable SL-1210 überzeugt bei der allgemeinen Menscheit als starkes, langlebiges DJ Tool ohne Kompromisse. Genau das macht es so besonders für ein Markenbranding. Das Image transportiert diese Faktoren mitunter auf das Corporate Branding. Beim "Face-the-Grynd-Plattenspieler" treffen Funktionalität, Design und Markenidentität aufeinander. Die Technik wird dadurch zu einem sichtbaren Bestandteil der Experience und transportiert die Werte und den Charakter der Marke auf eine ungewöhnliche und aufmerksamkeitsstarke Weise. Dadurch entsteht eine Markenwelt, die deutlich größer ist als das eigentliche Race.

Der größte Pluspunkt des XONE:96 ist sein außergewöhnlicher analoger Sound. Während viele moderne Mixer vollständig digital arbeiten, setzt Allen & Heath weiterhin auf einen hochwertigen analogen Signalweg. Das Ergebnis ist ein druckvoller, warmer und sehr transparenter Klang mit großzügigen Dynamikreserven. Gerade Vinyl profitiert davon: Feinste Details einer Pressung bleiben erhalten, Bässe wirken kraftvoll und präzise, während Höhen angenehm offen und niemals scharf erscheinen. Hinzu kommt die hervorragende Phono-Vorstufe. Sie liefert genügend Headroom und sorgt dafür, dass hochwertige Plattenspieler und Tonabnehmer ihr volles Klangpotenzial entfalten können. Für Vinyl-Puristen ist dies einer der wichtigsten Gründe, sich für einen XONE-Mixer zu entscheiden.

Der Bodensee ist ohnehin eine Region, in der man gerne unterwegs ist. Für Vinyl-Fans lässt sich das wunderbar verbinden: ein Tag am See, ein bisschen Kultur, vielleicht ein guter Kaffee – und dazwischen ein Besuch bei Capri Records. Was ich an solchen Plattenläden besonders schätze, ist der persönliche Austausch. Sammler reden über Musikvorlieben, Musiker, Labels und Klangvorlieben. Genau daraus entsteht Vinyl-Kultur. Interessant bei meinem Besuch. Eine kleine Gruppe junger Freundinnen hat sich durch die Vinylregale gekämpft und entdecken in einem Zeitalter voller Streamingplaylisten gerade die analoge Welt für sich. Musik in der Hand halten, ein cooles Plattencover. Es scheint wieder "cool" zu sein, wenn man Vinyl hört.

Die SPRIZZ-TOUR ist ein von uns entwickeltes Format (Idee, Gestaltung, Ausstattung, Musikkonzept, Technik, Promotion-Wear), welches wir für eine regionale Brauerei gelauncht haben. Das Event verbindet urbane Atmosphäre, hochwertige Getränke und musikalische Qualität an ausgewählten Locations. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen unkompliziert zusammenkommen, den Moment genießen und in entspannter Umgebung neue Impulse erleben können.

Ein Lamborghini ist für mich weit mehr als eine Automarke. Nach dem nun dritten Event in Europa kann ich für mich sagen, dass es ein Gesamterlebnis aus Design, Sound, Geschwindigkeit und kompromissloser Ästhetik ist. Wenn man im Umfeld eines Lamborghini Events arbeitet, spürt man sofort, dass hier Emotionen inszeniert werden – präzise, laut, elegant und gleichzeitig voller Energie. Als Vinyl DJ faszinieren mich besonders die Parallelen zwischen Musik und Lamborghini. Beide leben von Spannung, Rhythmus und Charakter. Ein V12-Motor hat seine eigene Klangfarbe, genau wie eine seltene Platte auf einem analogen Soundsystem. Nichts wirkt zufällig. Jeder Moment ist kuratiert. Bei meinen Einsätzen auf Lamborghini Events in Europa habe ich erlebt, wie unterschiedlich Menschen auf diese Marke reagieren. Manche bewundern die technische Perfektion, andere die kompromisslose Designsprache oder die Motorsport-DNA. Doch am Ende entsteht immer dasselbe Gefühl: Präsenz. Ein Lamborghini betritt keinen Raum unbemerkt – genauso wenig wie ein guter musikalischer Moment. Besonders beeindruckend ist die Verbindung aus italienischer Tradition und futuristischer Vision. Lamborghini schafft es, Luxus emotional und gleichzeitig extrem modern wirken zu lassen. Genau diese Atmosphäre versuche ich musikalisch aufzunehmen: warme Vinyl-Sounds kombiniert mit treibenden elektronischen Elementen, elegant aber kraftvoll. Events wie die Lamborghini Arena zeigen perfekt, wie stark die Marke heute als kulturelles Erlebnis funktioniert. Motorsport, Lifestyle, Kunst, Musik und Networking verschmelzen dort zu einer eigenen Welt. Für mich als DJ ist das die ideale Bühne, weil Musik hier nicht nur Unterhaltung ist, sondern Teil der gesamten Markeninszenierung. Am Ende bleibt Lamborghini für mich ein Symbol für Leidenschaft ohne Kompromisse. Schnell zu sein reicht nicht – es geht darum, Eindruck zu hinterlassen. Genau das macht die Marke seit Jahrzehnten einzigartig.
Als Technics DJ Ambassador durfte ich den Messeauftritt von Technics auf der DJ Convention Braunschweig aktiv mitgestalten und die aktuellen Technics SL-1210MK7 im Live-Betrieb präsentieren. Interessant dabei auch der überarbeitete DJ Kopfhörer EAH-DJ1200 mit nun abnehm- und austauschbaren Spiralkabel. Mein Fokus lag dabei bewusst auf einem konsequent analogen Setup – aufgelegt wurde ausschließlich mit echten Schallplatten. Mit meinem Vinylgarage Sound, der an diesem Tag stark von Disco- und House-Einflüssen geprägt ist, konnte ich den Besuchern praxisnah zeigen, wie sich die Turntables im Clubkontext anfühlen und klingen. Besonders spannend war die Kombination mit dem XONE92 Mixer, durch den sich die klanglichen Feinheiten des Vinylsounds aus dem Technics SL-1210mk7 direkt heraushören ließen. So entstand ein durchgehend hochwertiges, analoges Klangbild. Für mich war die DJ Convention die ideale Plattform, um zu zeigen, dass echtes Vinyl und klassisches DJ-Handwerk nach wie vor ihren festen Platz haben – gerade in Verbindung mit moderner, zuverlässiger Technik wie den SL-1210MK7. Im Austausch mit anderen DJs wurde dabei immer wieder deutlich, dass man sich mit Vinyl heute bewusst von der breiten Masse abheben kann. Gerade die Haptik und das Erlebnis Musik irgendwie "echter" zu hören schaffen eine Authentizität, die im digitalen Alltag selten geworden ist. Dadurch wird dem DJ in vielen Gesellschaftsschichten eine höhere Wertschätzung entgegengebracht.




